Ev.-Luth. Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg

Strukturreform - Kirchenbezirk 

Der Strukturausschuss des Kirchenbezikes Leipzig sendet in Abständen sogenannte "Strukturbriefe", aus denen der Stand und die Vorgehensweise bei der Strukturreform deutlich wird. Hier Auszüge aus dem Strukturbrief Nr. 20 vom 22. Februar 2019

Votum des Ev.-Luth. Kirchenbezirks Leipzig

Gemäß § 9 Abs 7 in Verbindung mit § 16 Abs 2 und 6 Kirchenbezirksgesetz votierte der Kirchenbezirksvorstand auf Vorschlag des Strukturausschuss in gemeinsamer Sitzung zu konkreten Strukturverbindungen in den Regionen des Kirchenbezirks ab 01.01.2020.
Zu betonen ist an dieser Stelle, dass dieses Votum für die Regionen im Kirchenbezirk keinerlei bindende Wirkung entfaltet, sofern diese gemeinsam zu anderen rechtskonformen und termingerechten Lösungen finden. Sollten Strukturverbindungen in der Region aber aus irgendwelchen Gründen scheitern und das Landeskirchenamt in dieser Frage aktiv werden müssen, wird dieses Votum eine wichtige Entscheidungsgrundlage für das Landeskirchenamt darstellen. 
(Benannt werden die im Votum vom Kirchenbezirk empfohlenen Körperschaftsformen in den Regionen. Unterstrichen ist der Sitz der Kirchgemeinde bzw. Pfarramtsleitung.)


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Region VII** 
Vereinigung der
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg
Ev.-Luth. St. Laurentius-Kirchgemeinde Leipzig-Leutzsch
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Gundorf
 
dann
Schwesterkirchverbindung zwischen
Ev.-Luth. Pauluskirchgemeinde Leipzig-Grünau
Ev.-Luth. Kirchgemeinde aus Vereinigung
Ev.-Luth. Nathanaelkirchgemeinde Leipzig-Lindenau
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Markranstädter Land
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Rückmarsdorf-Dölzig


 ......

 

 

** Ergänzendes Votum
Für die Regionen V und VII teilen Strukturausschuss und Kirchenbezirksvorstand dem Landeskirchenamt den Vorschlag mit, bitten dennoch um Klärung der bestehenden Situation, dass in Region V und Region VII darauf beharrt wird, nicht in übergeordnete Strukturen eingebunden zu werden (Andreaskirchgemeinde) bzw. aus dem bestehenden Schwesterkirchverbund auszuscheiden und künftig ohne strukturelle Einbindung in eine Region zu bestehen (Nathanaelkirchgemeinde).

Wir bitten die Kirchenleitung, eine Lösung zu finden, die einerseits Gemeinden der jeweiligen Region keine zusätzlichen Lasten aufbürdet, indem diese in für sie ungünstigere Strukturverbindungen mit Gemeinden gesetzt werden, die sich bisher einem konstruktiven Weg verweigert haben. Andererseits sollen Gemeinden, die sich einem konstruktiven Weg verweigern, nicht in einen gesetzesfreien Raum gestellt werden.

Vorstellbar wären für den Kirchenbezirk Wege, die den Strukturverbindungen ermöglichen, Gemeinden im Sinne missionarischer Aufbrüche (Church planting/FRESH X) auszugründen. Kennzeichnend für diese Form von Gemeinde wäre eine nichtparochiale Organisationsform. Für diese Gemeindeausgründungen wären neue Formen zu finden, die diesen Gemeinden eine personelle und finanzielle Selbstbestimmung ermöglichen.
In einer solchen Regelung sehen wir eine zwar weitgehende, aber der Situation auch angemessene Regelung, weil sie nicht mit „Sonderrechten“ verbunden wäre, die bei anderen Kirchgemeinden wieder Fragen provozieren, warum diesen Gemeinden solche Rechte eingeräumt werden, anderen Gemeinden aber nicht.

Aus dem Gemeindebrief (10/11 2018):

Reformpläne: 

Kirchenmusik und Gemeindevereinigung

Liebe Gemeindemitglieder,
wie Sie durch die Kirchenvorstände, aber auch die Presse und das Fernsehen wissen, wird mit dem 1.1.2020 die Strukturreform für die Gemeinden der Landeskirche Sachsens inkraft treten. Bereits in den letzten zwei Jahren gab es in den Kirchgemeinden und auf Kirchenbezirksebene immer wieder kontroverse Diskussionen zu diesem Thema.
Durch die Entscheidungen in der Landessynode und der Bezirkssynode müssen die Vorgaben für die Anzahl der zu besetzenden Stellen im Verkündigungsdienst
(Pfarrer/ Gemeindepädagogen/ Kir- chenmusiker) nun umgesetzt werden. Der Strukturausschuss des Kirchenbe-zirkes hat dazu Vorschläge entwickelt, die auch mit schmerzhaften Kürzungen in den einzelnen Stellenanteilen verbunden sein sollen:

Was bedeutet das nun konkret für das Schwesterkirchverhältnis
Gundorf - Böhlitz-Ehrenberg - Leutzsch - Lindenau?

1) Das Schwesterkirchverhältnis gehört zur „Region VII“ im Kirchenbezirk Leipzig und wird eine Gesamtzahl von mehr als 9.200 Gemeindegliedern haben. Zur Region gehören die Kirch-gemeinden Markranstädter Land, Rückmarsdorf-Dölzig, Grünau, Leutzsch, Böhlitz-Ehrenberg, Gundorf sowie Nathanael.

2) In dieser Region wird es zukünftig 4,5 Pfarrstellen geben (statt bisher fünf Pfarrstellen): vier 100-Prozent- und eine 50-Prozent-Stelle. Geplant sind vier hauptamtliche Gemeindepädagogen (jeweils 75-Prozent-Stellen). Bisher gab es vier hauptamtliche Stellen mit unterschiedlichen Arbeitsumfängen und eine nebenamtliche Stelle. Und es soll drei Kirchenmusikerstellen geben: zwei 70-Prozent-Stellen und eine 20-Prozent-Stelle statt bisher einer 75-Prozent-, einer 70-Prozent-, einer 45-Prozent- und einer 20-Pro-zent-Stelle). Am problematischsten wäre dabei die Zuordnung der Kirchenmusikerstellen. Denn die bisher in der Region VII verfügbaren 1,97 Vollzeitstellen sollen auf 1,56 Stellen gekürzt werden. Das entspricht einer Kürzung auf nur noch vier Fünftel der bisherigen Stellenanteile.

Bisher war Leutzsch eine 20-Prozent-Stelle zugeordnet und Lindenau eine 45-Prozent-Stelle. Die jetzt vom Kirchenbezirk vorgelegten Planungen bedeuten, dass eventuell die Anstel-lungsverhältnisse der Leutzscher Kantoren (Herr Schulten/Frau Blanken) wegfallen könnten. Für die betroffenen Kirchenvorstände und Kantoren ist schwer vorstellbar, wie die Kirchenmusik – haupt- und ehrenamtlich – dann weitergeführt werden soll.
Ein weiteres Problem wird die grundsätzliche Struktur unserer Region sein. Für die Zusammenarbeit bzw. das Zusammengehen gibt es vier Modelle: Kirchspiel, Kirchgemeindebund, Vereinigte Kirchgemeinde sowie Schwesterkirchgemeinden. Die Überlegungen in unserer Region zielen darauf hin, als Schwesterkirchgemeinden zusammen zu arbeiten, auch um eine größt-mögliche Selbstständigkeit der Gemeinden zu erhalten. Die Zahl der Kirchgemeinden darf aber sechs „Schwestern“ nicht überschreiten.

Da unsere Region aber aus sieben Gemeinden besteht, müssten sich vorab zwei Gemeinden vereinigen. Betrachtet man die bereits erfolgten Vereinigungen (Markranstädter Land sowie Rückmars-dorf-Dölzig) und die Gemeindegliederzahlen, so kommen für den erforderlichen Zusammenschluss vor allem Böhlitz- Ehrenberg, Leutzsch und Gundorf in Betracht. Alle drei Gemeinden haben ein spezielles und individuelles Gepräge. Wir sind uns bewußt, dass dadurch Gespräche miteinander nicht einfach wären. Aber vielleicht sollten wir bei allen Überlegungen nicht vergessen, darauf zu hören, was Jesus dazu sagen würde: Wenn er davon spricht, dass wir alle zu einem Leib gehören, wo jeder in seiner Unterschiedlichkeit dazu gehört, mit anderen verbunden ist, aber auch andere ergänzen kann, für andere wichtig ist.

Pfrn. Ines Schmidt